Unsere Geschichte

Durch: Selma Steinmeier 9 August 2017


Unsere Geschichte

Wer verbirgt sich dahinter?

„Sinnige Geschichten“ entstand aus einer Plastiktüte voller Geschichten, die mein Vater Erich mir einst gab. Erich verwendete die Geschichten bei Vorträgen, die er im ganzen Land hielt. Geschichten waren für ihn Instrumente, ein Hilfsmittel, um damit einen Dialog mit anderen Menschen in Gang zu bringen. „Was genau suchst du in den Geschichten?“, fragte ich ihn einmal. „Eine Berührung im Herzen, einen Fingerzeig auf eine größere Wirklichkeit. Und nicht zu vergessen ein Lächeln“, war seine Antwort. Diese ‚Eigenschaften‘ und Qualitäten fordern ziemlich viel von einer Geschichte: Offenheit, Tiefgang, Anerkennung, Humor, keine Dogmen und vor allem keine Moralpredigt.

„Sie gehören jetzt dir, ich tu nichts mehr damit. Lies sie, verwende sie in deinen eigenen Arbeiten oder wirf sie weg“. Genau das sagte er, als er mir die Plastiktüte gab. Typisch Erich: Wegwerfen ist auch eine Option. Für das Lesen aller Geschichten benötigte ich drei Monate. Allmählich wurde ich erfasst von der Magie der Stille zwischen den Worten und von der größeren Perspektive, die mir viele der Geschichten aufzeigten. Gleichzeitig erwachte in mir der Gedanke, dass ich etwas mit den Geschichten tun sollte. Ich habe sie nicht nur zum Lesen bekommen, um sie dann wieder in die Tüte zu stecken, dachte ich mir. In mir entstand der Wunsch, andere an den Geschichten teilhaben zu lassen. Möglichst viele Geschichten für möglichst viele Menschen!

Anfang 2005 startete unsere Webseite zinnigeverhalen.nl im Netz. Ich begab mich an Dinge, die ich noch nie gemacht hatte: Webseiten erstellen, Geschichten digitalisieren, Nachdenken über Bits und Bytes. Der Ausgangspunkt von all dem wurde: selbst machen, selbst erstellen, selbst formen, und die Geschichten die ‚eigentliche Arbeit‘ tun lassen. Es gab Dilemmas und Entscheidungen; sollte ich alle Geschichten auf die Webseite setzen oder nur einige? Sollten wir die Geschichten erklären, Hintergrundinformationen geben oder gerade nicht? Interaktion wurde zum Motto! Wir entschieden uns, einige Geschichten auf der Website zu platzieren und eine monatliche Geschichtenmail zu verschicken, um die übrigen Geschichten ‚zu dosieren‘ für jeden, der möchte.

Wie ging es weiter?

Einige Monate später hatten wir Hunderte von Abonnementen für die Geschichtenmail. Im selben Jahr wurden wir ‚entdeckt‘ vom Asoka Verlag. Das erste Buch mit Geschichten war das Ergebnis. Sleutels tot het hart (dt.: Schlüssel zum Herzen) lag zusammen mit einer ersten Serie von Karten mit Geschichten in den Buchhandlungen.

Durch Sleutels tot het hart und den Karten mit den Geschichten wuchs unsere Bekanntheit und gleichzeitig die unserer Webseite. Auf diese Weise wurde ein Ball ins Rollen gebracht, der bis zum heutigen Tag weiterrollt. Gemeinsam mit Erich arbeitete ich in den vergangenen Jahren an weiteren Erzählbänden. Zusammen verbrachten wir viele Stunden damit, Geschichten zu suchen, zu lesen und neu zu schreiben und dann zu entscheiden: Sind sie gut genug für ein Buch?

Mit der Geschichtenmail erreichen wir in den Niederlanden inzwischen jeden Monat etwa 20.000 Abonnementen. Im Jahr 2016 kam die Webseite zinnigemeditaties.nl dazu, auf der kurze Meditationen für das alltägliche Leben zu lesen sind. Seit diesem Jahr übersetzen wir die Geschichten und Meditationen auch ins Deutsche. Unsere deutschen Webseiten sinnige-geschichten.de und sinnige-meditationen.de entstanden. Im Juli 2017 hat die J. Kamphausen Mediengruppe in Bielefeld als unser langjähriger Vertriebspartner für den deutschensprachigen Raum die Verbreitung der deutschen Geschichten und Meditationen übernommen. Wir arbeiten eng zusammen und nach wie vor stammen die Geschichten und Meditationen von Erich und mir.

So geschah es also, dass die Geschichten aus der Plastiktüte in den vergangenen Jahren viele Tausende von Menschen erreicht haben: durch die Bücher, die Websites, die Mails und durch die Erzählkarten. Und Erich? Er ist, genau wie ich, noch immer darüber verwundert, dass die Plastiktüte mit den 500 A4-Seiten so viel Dynamik und Aktivität in sich barg. Aus der Option von 2005 ‚wegwerfen‘ wurde ‚weitergeben‘ und darüber freuen wir uns.

Leo Kaniok, Haarlem 2017
Deutsche Übersetzung: Ursula Kremer
TOLLE

Bücher & Karten

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