Der Meister und der Bauer

Durch: Aus der ganzen Welt 26 Mai 2017

Auf dem Weg traf der Meister den Bauern. Der Bauer fragte: „Nun lieber Meister, wie geht es heute?“ Der Meister: „Interessant, dass Du gerade heute fragst – heute ist mir ein wunderschöner Hengst zugelaufen. Ein großartiges Tier, wir haben die ganze Gegend abgesucht und niemanden gefunden, dem er gehört. Er scheint bei uns zu bleiben.“ „Das ist toll“, sagte der Bauer. „Ich weiß nicht“, sagte der Meister, „vielleicht…“.

Ein paar Wochen später traf der Meister den Bauern wieder auf dem Weg. Der Bauer fragte: „Nun lieber Meister, wie geht es?“ Der Meister: „Interessant, dass Du fragst – gerade heute ist der wunderschöne Hengst, von dem ich Dir schon erzählt habe, wieder weggelaufen. Wochen hatten wir ihn und nun ist er wieder verschwunden. Er ist nirgends zu finden.“ „Wie schrecklich“, sagte der Bauer, „so ein schönes Tier und nun ist es weg“. „Ich weiss nicht“, sagte der Meister, „vielleicht…“

Wenige Wochen später traf der Meister auf dem Weg wieder den Bauern. Der Bauer fragte: „Nun lieber Meister, wie geht es heute?“ Der Meister: „Interessant, dass Du fragst – gerade heute ist der Hengst wiedergekommen, von dem ich Dir schon erzählt habe. Und er hat eine sehr schöne Stute dabei gehabt. Wir haben alles abgesucht, lang und breit, aber sie gehört niemandem. Sie scheint bei uns zu bleiben.“ „Das ist fantastisch!“, sagte der Bauer. „Ich weiss nicht“, sagte der Meister, „vielleicht…“

Eine Woche später traf der Meister den Bauern auf dem Weg. Der Bauer fragte: „Nun Meister, wie geht es?“ Der Meister: „Interessant, dass Du fragst – gerade heute ist mein Sohn von dem Hengst gefallen, von dem ich Dir schon erzählt habe. Er hat sich ein Bein recht schlimm gebrochen.“ „Wie schrecklich“, sagte der Bauer, „das Bein schlimm gebrochen, oh je!“ „Ich weiss nicht“, sagte der Meister, „vielleicht…“

Ein paar Tage später traf der Meister auf dem Weg den Bauern. Der Bauer fragte: „Nun Meister, wie geht es?“ Der Meister: „Interessant, dass Du gerade heute fragst – heute ist ja ein Krieg verkündet worden. Alle jungen Männer werden eingezogen. Allein meiner darf zu Hause bleiben, er hat ja das kaputte Bein.“ „Großartig, was für ein Glück, da wendet sich alles zum Guten!“, sagte der Bauer. „Das ist fantastisch!“ „Ich weiss nicht,“ sagte der Meister, „vielleicht – aber sage mir, was bedeutet der Krieg für Dich?“ „Ich weiss nicht“, sagte der Bauer und dachte über die Gefahren des Krieges für seinen Hof, aber auch über die steigenden Preise für seine Waren nach. „Na dann, guten Weg, Meister“, sagte der Meister, verbeugte sich vor seinem Gegenüber und ging seinen Weg weiter…

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