ist eine besondere Auswahl kurzer spiritueller Geschichten und Parabeln aus verschiedenen
Traditionen und Kulturen: Christliche Parabeln, Sufigeschichten, Erzählungen aus dem Buddhismus, dem Taoïsmus und der jüdischen Mystik. Die Geschichten und Parabeln wollen nicht belehren. Hinter den Worten verbirgt sich in der Stimmung und in der Atmosphäre eine Weisheit, die kaum mit Worten zu beschreiben ist. Es kann jedoch geschehen, dass man beim Lesen und Zuhören unerwartet die „Lehre ohne Worte“ vernimmt, dass man berührt wird und vielleicht spürt, dass sich im Innern etwas regt und verändert. Weisheit und Einsicht können starre Überzeugungen und
alte Denkmuster zum Wanken bringen. Weisheit lässt uns etwas von jener Wirklichkeit erfahren,
die jenseits der Worte liegt. Auch unser eigenes Leben ist eine Geschichte, keine Philosophie, kein abstraktes Gebilde.
Die hier zusammengetragenen Erzählungen zeigen uns so manche erkennbare Lebenssituation und gerade darin liegt ihre geheimnisvolle Kraft: Sie können uns die Augen öffnen für die verborgene Weisheit, die auch in unserem eigenen Leben immer allgegenwärtig ist.
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Schlüssel zum Herzen
Erscheint Anfang September 2010 144 Seiten hardcover Preis € 12,50
mit zwei gratis Geschichtenkarten!
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Diese Arabische Erzählung will uns zu erkennen geben, dass man die Wahrheit auch noch finden kann in einer Welt,
die von Künstlichem und Erdachten überlagert ist.
Als die Königin von Scheba Besuch empfing von König Salomon, den sie so gerne an Weisheit übertreffen wollte, stellte sie ihm vor ein Rätsel. Sie führte ihm in einem grossen Saal ihres Palastes, in dem hervorragende Künstler eine Weide voller Kunstblumen angelegt hatten. Ein See farbiger Blumen wogte sanft in einer künstlichen Brise. Farben, Gerüche und Wind waren von ihren natürlichen Artgenossen nicht zu unterscheiden.
Die Königin sprach: „Einer dieser Blumen ist echt, König Salomon; kannst du sie mir zeigen?“
Salomon betrachtete aufmerksam seine künstliche Umgebung. Aber trotz aller Anstrengung konnte er die echte Blume nicht erkennen. Da er seine Sinnesorgane in höchste Konzentration versetzte, kam er ins Schwitzen und sagte zur Königin: „Es ist hier sehr warm, vielleicht könntest du einem deiner Diener den Auftrag erteilen ein Fenster zu öffnen?“
Also befahl die Königin ein Fenster zu öffnen. Kurz darauf streckte Salomon seinen Arm und wies nach einer Blume.
„Das ist die echte Blume,“ sagte er. Ein Irrtum war ausgeschlossen. Durch das offene Fenster war nämlich eine Biene geflogen und hatte sich auf die einzige echte Blume niedergelassen.
Obwohl es schwierig ist ein wahrer Salomon zu sein, so lautet der Nachsatz zu dieser Geschichte, ist es noch schwieriger eine echte Biene zu sein. Am schwierigsten jedoch ist es eine echte Blume zu sein.
Erich Kaniok