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GESCHICHTEN als Werkzeug im Coaching

Eine Geschichte ist für viele Veränderungsprozesse, sowohl im beruflichen als auch im persönlichen Bereich ein ausgezeichnetes Instrument, um Bilder und Inhalte zu übertragen und eine Bewegung oder Frage in den Raum zu stellen, ohne dass das Bewusstsein des Zuhörers sich angegriffen fühlt.
Anekdoten, Parabeln und Metaphern wirken durch ihre Bilder und den Effekt des Wiedererkennens. Sie können somit Erfahrungen und Erlebnisse der Zuhörer aufrufen und verstärken.
Die Geschichten durchbrechen Auffassungen, Meinungen und festgefahrene Muster im Denken und Fühlen, wobei es eine Beurteilung im Sinne von „ richtig und falsch“ nicht gibt, sondern nur ein Reflektieren, sich Öffnen und Entdecken von neuen Möglichkeiten und Perspektiven.
Da die Geschichten nicht an die „Realität“ gebunden sind, werden unserer Kreativität und Intuition keine Grenzen gesetzt, um eine Idee in Worten oder Bildern zu vermitteln.


GESCHICHTEN FÜR BERUF UND ARBEIT

Geschichten eignen sich hervorragend als Kommunikationsmittel. Geschichten sind aktiv und aktivierend, man kann damit Menschen zu Handlungen anregen. Geschichten sind immer bildhaft und lenken unser Denken und unsere Wahrnehmung in einer spielerischen Art und Weise in eine bestimmte Richtung. Geschichten wirken wie Anker. Diese Anker können für eine neue Kultur oder Zukunft symbolisch sein. Geschichten sind interaktiv, denn sie regen zur Diskussion und den Vergleich mit eigenen Erlebnissen an.


DIE FÜNF WIRKUNGSFELDER EINER GESCHICHTE

FREUDE – BERÜHRUNG – STILLE – ENTHÜLLUNG – VERBINDUNG

Eine Geschichte macht Freude
Eine Geschichte ist ein Mittel, um Menschen zu erfreuen, zu relativieren und um vom Alltagsgeschehen frei zu werden. Aber sie verändert auch unsere Denkmuster. Die Welt ist nicht, wie sie ist, sondern wie wir sie sehen. Wenn wir eine Geschichte hören, verändert sich unsere selbstgestaltete Wirklichkeit. Eine Geschichte zeigt uns, dass es auch noch andere Standpunkte und Perspektiven gibt. Die Einsicht, dass etwas anders sein kann, bewirkt schon allein, dass es für uns bereits anders geworden ist.

Eine Geschichte berührt
Eine Geschichte bedeutet mehr als ein guter Ratschlag, da sie Symbole und implizierte Hinweise enthält. Der Zuhörer kann der Geschichte selbst die Bedeutung geben, die gut und richtig für ihn ist. Geschichten überbringen absichtlich oder unabsichtlich eine Botschaft, ohne dass das Bewusstsein des Zuhörers sich dagegen wehren muss. In komplizierten Situationen zeigen Geschichten oftmals auf, wo der Kern des Problems im eigenen Wesen oder in der Struktur einer Organisation zu finden ist.

Eine Geschichte führt in die Stille
Menschen werden still und lauschen mit offenen Ohren. Ohne Ausnahme. Wir brauchen uns als Zuhörer nicht gezwungen zu fühlen, etwas zu tun, Antwort geben zu müssen und es ist nicht nötig, eine Meinung zu formen. Als Vorbereitung für Veränderungen liegen in der Stille wesentliche Berührungspunkte verborgen. Die Stille ist nicht still… Es sind Momente, in denen nachgedacht und wahrgenommen wird, innere Räume geöffnet werden und Entscheidungen getroffen werden.

Eine Geschichte enthüllt
In einer Geschichte sind wir nicht daran gebunden, was in der Wirklichkeit möglich oder auch nicht möglich ist. Menschen erzählen eine Geschichte, so wie sie zu ihnen passt. Es ist ihre Wahrheit. Menschen, die ihre Geschichte erzählen, zeigen, wie sie ihr Weltmodell aufgebaut haben und wie ihr System funktioniert. In jeder Geschichte liegen die persönlichen Elemente von Verpflichtung (müssen), Verwunderung (können) und Verlangen (wollen) verborgen und geben Hinweise auf die Identität eines Menschen.

Eine Geschichte verbindet
Der Zuhörer erkennt etwas von sich selbst in der Geschichte, die ein anderer erzählt. Somit werden Denkbilder und Gefühle von Menschen miteinander verbunden und dadurch die Menschen selbst auch. In Organisation entsteht eine eigene charakteristische Geschichte, die die Identität aufzeigt und die durch die Menschen, die darin leben, weitergetragen wird. Und wer zu dieser Welt der Geschichten hinzutritt, wird selbst ein Teil davon.